WAS IST SHWESHWE?

Seit vielen Jahren werden Indigostoffe in Südafrika verwendet. Schon um 2400BC handelten die Araber on Phönizier an der ostküste Afrikas mit Indigostoffen. Als sich 1652 am Kap der Guten Hoffnung ein Hafen etablierte, wurden Soldate, Sklaven, einheimische Khoi-San und die burischen Voortrekker allesamt mit Indigostoffen bekleidet. Viele der frühen Stoffe kamen aus Indien und Holland. Der natürliche Farbstoff wurde aus der Indigofera Tinctoria-Pflanze gewonnen.

 

Während des 18ten und 19ten Jahrhunderts entwickelten europäische Textilhersteller einen Blockdruckstil für Indigostoffe aus Baumwolle. Im Jahr 1862 wurde synthetisches Indigo von einem deutschen Chemiker entwickelt.

Im 18ten Jahrhundert wurde Indigostoff im Ausstoßdruck in Tschechien und Ungarn produziert, insbesondere unter der leitung von Gustav Deutsch. Ein großer Teil dieser Stoffe fand seinen Weg auf den südafrikanischen Markt. In den 1930ern emigrierte Deutsch nach England und etablierte eine Fabrik in Lancashire. Die Fabrik sowie ihre Maschinen und Expertise wurden von Blue Printers in Wigan aufgekauft.

 

Die Nachfrage nach diesem Stoff war so hoch, dass zwischenzeitlich vier Firmen in diesem Stil druckten. Der größte Hersteller war Spruce manufacturing, welche die beliebteste Marke, Three Cats, produzierte. Diese wurde auch nach Südafrika exportiert.

 

In den frühen 1840ern präsentierten französische Missionare den südafrikanischen Xhosa-König Moshoeshoe l mit dem indigobedruckten Stoff, was zur Etablierung einer Stoffpräferenz über das 19te Jahrhundert hinaus führte. Daher kommt auch der Name Shoeshoe, oder auch isiShweshwe.

 

Außerdem bevorzugten viele deutsche Einsiedler, die ab 1858 das Ostkap besiedelten, den Indigostoff, der in Südafrika frei erhältlich war und den Blaudruck aus ihrer Heimat spiegelte. Durch ihren Einfluss nahmen die Xhosa-Frauen nach und nach dieses „Ujamani“ in ihren roten Bekleidungsstil auf. Diese missionierten afrikanischen Frauen absorbierten den europäischen Kleidungsstil und entwickelten eine Vorliebe des blauen Tons, welcher der Indigostoff ihrer Haut verlieh.

 

Die Produktion von Indigostoffen in Südafrika selbst begann im Jahr 1982, als die britische Firma Tootal in Da Gama Textiles investierte. Der Blaudruck wurde nun unter der Marke Three Leopards hergestellt, der südafrikanischen Version des Three Cats Trademarks. Tootal führte auch die neue Musterlinie Tot sowie zwei neue Farbtöne ein – ein warmes Schokoladenbraun und ein leuchtendes Rot.

 

1992 kaufte Da Gama Textiles die Rechte zum Three Cats Trademark auf und ließ alle der Kupfer-Druckrollen nach Zwelitsha, ihrem Fabriksitz, importieren.

 

Auch heute noch produziert Da Gama die originalen „Blaudruck“, „Ujamani“, oder „ShweShwe“-Muster in ihrer Fabrik im Ostkap Südafrikas. Bei diesem traditionellen prozess wird der Stoff zwischen den Kupferrollen hindurchgefüttert, welche auf ihrer Oberfläche die Muster haben. Eine schwache Säurelösung wird durch die Rollen auf den Stoff gegeben, wodurch die besonderen weißen Designs entstehen.

 

Der Stoff kann sehr einfach anhand seiner subtilen, flächendeckenden Muster erkannt werden. Die gängigen Marken Three Cats, Three Leopards und Toto 6 Star sind durch einen Stempel auf der Rückseite des Stoffes gekennzeichnet. Three Cats beinhaltet eine geschlossene Galerie von Mustern, während der Three Leopards-Marke hin und wieder neue Muster beigefügt werden.

 

 

Kenner der ShweShwe-Stoffe können den Stoff anhand seiner Haptik, seines Geruchs und seines Geschmacks identifizieren. Die Farbintensität des ShweShwe-Stoffes vergeht mit dem Waschen ähnlich wie ein Jeansstoff. Vor dem Waschen hat der Stoff einen sehr bestimmten Geruch, sowie eine charakterisierende Steife. Nach der ersten Wäsche bleibt ein wundervoll weicher Baumwollstoff.